Die wohl charmanteste Erfindung der Welt: Der Weihnachtsmann

Der Weihnachtsmann oder auch Väterchen Frost, Santa Claus, Père Noël, das Christkind und Sinterklaas haben wohl den härtesten Job der Welt. Je nach Region ist eine der Figuren dafür zuständig unzählige Kinder mit Geschenken zu versorgen. Und das auch noch in einer einzigen Nacht. Puh!

Wir haben uns für euch die Geschichte vom Weihnachtmann einmal genauer angeschaut.

Wie ist die Weihnachtsmann-Figur überhaupt entstanden?

Der Ursprung der geschenkebringenden Gestalt liegt wohl am ehesten in der sagenumwobenen Figur des heiligen Nikolaus von Myra und seinem Gehilfen Knecht Ruprecht. Während in einigen Regionen weiterhin der 06. Dezember mit Geschenken zelebriert wird, so hat sich dies im Laufe der Zeit auf den Heiligabend verschoben. Der Grund dafür stellt die Reformation durch Martin Luther dar. Dieser lehnte die Heiligenverehrung ab und somit auch die geschenkreichen Riten zu Ehren des heiligen Nikolaus. Ihm war es wichtig, dass dem eigentlichen Glauben mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Als gabenbringende Gestalt entstand hierbei das Christkind. Ob die Kinder zum Weihnachtsfest ihre Geschenke von dem Christkind oder von dem Weihnachtsmann erhalten, ist in Deutschland regional verschieden.

Wie sieht der Weihnachtmann aus und wo wohnt er?

In Anlehnung an den heiligen Nikolaus entstanden die ersten Abbildungen des Weihnachtsmannes, wodurch das Gewand anfänglich an seine klassische Bischofstracht erinnerte. Mit der Zeit ergaben sich immer wieder Überarbeitungen mit denen Attribute ausgetauscht oder erneuert wurden, sodass der Bischofs-Look allmählich verschwand. Heutzutage wird der Weihnachtsmann als rundlicher, freundlicher Mann mit langem weißem Rauschebart dargestellt. Er trägt einen pelzigen roten Mantel mit weißem Saum dazu eine ebenso rote Hose mit schwarzen Stiefeln. Die Mitra, also die Kopfbedeckung des Bischofs, wurde schließlich durch eine rote Zipfelmütze ersetzt. Als weiteres Erkennungszeichen trägt er oftmals den Geschenkesack sowie die Rute bei sich. Eine der ersten Beschreibungen, die der heutigen Gestalt des Weihnachtsmannes ähnelt, stammt bereits aus einem Gedicht von William Gilley aus dem Jahr 1821 namens „Santeclaus“.

Wo der Weihnachtsmann beheimatet ist scheiden sich allerdings die Geister. Während die Schweizer den Nikolaus im Schwarzwald verorten, vermuten die Finnen sein zu Hause in Lappland. In Schweden glaubt man wiederum, dass er entweder in Dalarna lebt oder gar keinen festen Wohnsitz hat. Seinen Unterschlupf vermuten die Dänen in Grönland und die Amerikaner am Nordpol. Wie dem auch sei: Von all diesen legendären Wohnorten aus verteilt der Weihnachtmann mit Hilfe seiner fliegenden Rentiere die Geschenke. Auf wundersame Weise bringt er diese klammheimlich ins Haus – mancherorts gelingt es ihm sogar die Geschenke durch den Schornstein hinein zu schmuggeln.

Insgesamt vereint der Charakter des Weihnachtsmannes liebevolle Großzügigkeit mit fairer Strenge. Das heißt während brave Kinder für ihr Verhalten mit Geschenken belohnt werden, müssen sich unartige Kinder mit Kohle zufriedengeben oder sich vor der Rute hüten. Oftmals wird diese Tatsache auch als pädagogisches Hilfsmittel von den Eltern in der Vorweihnachtszeit eingesetzt, um die Harmonie und Besinnlichkeit zu wahren.

Was hat denn Coca-Cola nun mit all dem zu tun?

Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstanden erste Darstellungen und Beschreibungen des Weihnachtsmannes. Einen gewissen Anteil an der Verbreitung der Geschichte vom Weihnachtsmann hatte auch der Schriftsteller August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, der zu dieser Zeit das Lied „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ niederschrieb. Bedingt durch verschiedene Einflüsse ergaben sich im Laufe der Zeit stetig Überarbeitungen der Figur. Durch die zunehmende Popularität und die charismatische Persönlichkeit, die dem Weihnachtsmann zuteilwurde, erkannte auch die Werbebrache dessen Potenzial. Der Getränkehersteller Coca-Cola beauftragte schließlich im Jahr 1931 einen Cartoonisten und Grafiker, um einen Weihnachtsmann für eine geplante Werbekampagne zu erstellen. Diese Figur erfreute sich an derartiger Beliebtheit und wurde so erfolgreich, dass dem Getränkeunternehmen noch heute oft die Entstehung der Weihnachtsmann-Figur zugeschrieben wird. Zwar wurde der Coca-Cola Weihnachtsmann aufgrund der schillernden Werbekampagne ein regelrechter Weltstar – erfunden hat ihn das Unternehmen jedoch nicht.

Verschiedene Weihnachtsmann-Gestalten

Vor allem in Skandinavien existiert eine Gestalt, die mit Rute und Nüssen die Menschen auf die lange Winterszeit vorbereitet. Dabei gilt die Rute als Fruchtbarkeitssymbol und die Nüsse als reichhaltige sowie haltbare Nahrung. Der bärtige alte Mann, dessen Wohnort Lappland ist, trägt einen langen braunen Winterpelz mit Kapuze und fährt auf einem Rentierschlitten. Vermutlich fließen hier Elemente des nordischen Gottes Odin sowie des Gottes Balder mit ein. In Finnland wird diese Figur Joulupukki genannt.

Die russische Variante des Weihnachtsmannes ist Väterchen Frost. Er trägt ein blau-weißes Kostüm, was für Frost und Kälte steht. An seiner Seite ist stets ein kleines Mädchen, seine Enkelin, welche Schneeflöckchen genannt wird.

In den USA bringt der allseits bekannte Santa Claus die Geschenke. Der Name stammt ursprünglich aus den Niederlanden. Denn die europäischen Auswanderer brachten einst den Nikolaus-Brauch mit in die niederländischen Kolonien der Vereinigten Staaten. Dort wurde mit der Zeit aus dem Sinterklaas schließlich der Santa Claus.

Briefe an den Weihnachtsmann

In einigen Ländern – so auch in Deutschland – ist es üblich, dass Kinder ihre Wünsche per Post an den Weihnachtsmann senden. Dazu werden spezielle Standorte sogenannte Weihnachtspostämter eingerichtet, an welche die Briefe adressiert werden können. Hier werden diese gesammelt und größtenteils auch beantwortet.

So antworten beispielsweise Briefmarkensammler im Dorf Himmelreich, welches ein kleines Örtchen in der Nähe von Hannover ist, zu Weihnachten regelmäßig auf die Post, die von Kindern an den Weihnachtsmann geschickt wird. Weitere solcher Postämter gibt es unter anderem in Himmelstadt (Bayern), Himmelpfort (Berlin), Engelskirchen (Nordrhein-Westfalen) und Himmelpforten (Niedersachsen).

Insgesamt ist die weihnachtliche Symbolfigur eine Verschmelzung verschiedener Einflüsse. Im Laufe der Entwicklung hat sich die Gestalt des Weihnachtsmannes zunehmend von dem ursprünglichen heiligen Nikolaus sowie dem Christkind gelöst. Es ist eine weltbekannte Figur entstanden, die der Weihnachtszeit zusätzlich Zauber verleiht – vor allem für die Kinder.