Caspar, Melchior und Balthasar – Die Heiligen Drei Könige

Wer waren die Drei? Wofür stehen die Figuren? Was hat es mit der Zahl „3“ auf sich? Für wen ist dieser Feiertag wichtig und was genau wird eigentlich gefeiert?

Um die Geschichte der heiligen drei Könige ranken sich zahlreiche Mythen. Ob die Könige tatsächlich existiert haben, ist bislang nicht eindeutig nachgewiesen. Der Dreikönigstag, am 06. Januar, gilt vor allem in der katholischen Kirche als Tag der Erscheinung des Herrn. Das Fest ist auch als Epiphanias bekannt. Orthodoxe Kirchen, die sich nach dem alten (julianischen) Kalender richten, begehen dieses Fest 13 Tage späte – also am 19. Januar. So kommt es auch dazu, dass sie das Weihnachtsfest am 07. Januar feiern.

Wer waren diese mystischen Figuren aus dem Osten?

In dem Matthäusevangelium ist die Rede von den Weisen, die einem Stern bis zur Krippe Jesu Christi folgten. Die Drei stammen der Überlieferung nach aus dem Morgenland. Heute wird aufgrund dieser Aussage und wegen ihres orientalisch anmutenden Aussehens angenommen, dass sie aus Persien stammen. Einer Legende nach waren diese Männer Wissenschaftler und Sterndeuter. Eine andere Sage wiederum beschreibt die Drei als mystische und übersinnliche Magier, also eine Art Alchemisten oder Heiler. Ihre Namen waren Casper, Melchior und Balthasar. Zur Geburt des Heilands überreichten sie diesem Gold, Weihrauch und Myrrhe. Mit dem Gold wird dem Sohn Gottes durch das Kostbarste geehrt, was die Erde bietet. Myrrhe ist ein bitterer Saft, welchem eine heilende Wirkung zugesprochen wird. Das Schenken von Weihrauch ist ein göttliches Symbol. Weihrauch gilt als Gottesduft und steht für das Abwenden von Unheil sowie für die Anerkennung Jesus als Gott. Es besteht allerdings bis heute Uneinigkeit darüber, welche der Gaben von wem überreicht wurde. Vor allem in der katholischen Kirche werden die drei Weisen oder Könige als Heilige verehrt. Die Figuren sind ein unverzichtbarer Teil der Weihnachtskrippe geworden.

Genau genommen ist jedoch die exakte Anzahl der besagten Weisen in der Bibel nicht niedergeschrieben. Die Zahl „3“ wurde vermutlich aus der Anzahl der Geschenke abgeleitet. Außerdem repräsentiert sie die Kontinente Afrika, Asien und Europa. Dies spiegelte sich im weiteren Verlauf auch in der optischen Darstellung der Figuren wider.

Steckbriefe der Könige

Caspar
Namensbedeutung: Hüter des Schatzes / Schatzmeister (persisch)
Charakteristik: dunkles, afrikanisches und junges Aussehen

Melchior
Namensbedeutung: König des Lichts (hebräisch)
Charakteristik: europäische Gesichtszüge und mittleres Alter

Balthasar
Namensbedeutung: Gott schütze sein Leben / Gott wird helfen (hebräisch)
Gott schütze den König (altsyrisch)
Charakteristika: asiatische Herkunft und hohes Alter

Tradition & Brauchtum

Anlässlich des Dreikönigstages haben sich unterschiedliche Bräuche etabliert, wie bspw. das Sternsingen. Dabei verkleiden sich meist Kinder als die drei Könige und ziehen von Haus zu Haus. Sie singen den Besitzern die Geschichte von Jesu Christi vor und erhalten als Belohnung Gaben, wie Nüsse oder Äpfel. Heutzutage ist es auch üblich, dass Geld für notbedürftige Kinder gesammelt und anschließend gespendet wird. Darüber hinaus werden die entsprechenden Häuser gesegnet. Dazu werden entweder Kreuze an die Türen gemalt oder aber die Buchstaben C, M und B in Kombination mit der Jahreszahl drangeschrieben. Die Buchstaben stehen einerseits für das lateinische „Christus mansionem bedicat“, was „Christus segne das Haus“ bedeutet. Naheliegend ist aber auch, dass die Buchstaben stellvertretend für die Namen der drei Könige Casper, Melchior und Balthasar stehen. Neben dem Sternsingen gehören auch der Dreikönigszettel, die Dreikönigsinseln und der Dreikönigskuchen zu den traditionellen Brauchtümern an diesem Festtag.

In diesem Sinne wünschen wir allen Christen gesegnete & besinnliche Feiertage.